LOEWE 2014

Strukturimpulse für Hessens Wissenschaft

Die LOEWE-Zentren und -Schwerpunkte setzen vielfach strukturelle Impulse, die zur Weiterentwicklung der hessischen Wissenschaftslandschaft beitragen: Sie bauen an Hochschulen vorhandene Stärken aus oder etablieren neue Forschungsfelder. Sie haben zur Erweiterung bestehender außeruniversitärer Forschungseinrichtungen geführt oder bieten Perspektiven für deren Neuansiedlung. Sie sind Kristallisationspunkte für überregionale Forschungsverbünde geworden, engagieren sich intensiv in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und schaffen Arbeitsplätze. Rund 330 Millionen Euro zusätzliche Drittmittel, die bis 2020 nach Hessen fließen, haben die LOEWE-Vorhaben bis 2013 eingeworben.

LOEWE vernetzt

Die durch LOEWE angestoßene Kooperation von Hochschulen mit außeruniversitären Forschungs-einrichtungen trägt in hohem Maße zur Profilbildung ihrer Standorte bei: Am LOEWE-Zentrum für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO) haben die Trägerinstitutionen Philipps-Universität Marburg und Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie gemeinsam eine umfangreiche Laborinfra-struktur aufgebaut und die Kontakte in die Wirtschaft deutlich erhöht. Die Zusammenarbeit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität Frankfurt im LOEWE Bio- diversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) trägt maßgeblich zu einer internationalen Wahr- nehmung der hiesigen Biodiversitätsforschung bei. In Darmstadt profitieren sowohl die beteiligten Fraunhofer-Institute als auch die Technische Universität Darmstadt und die Hochschule Darmstadt in Forschung und Lehre von der engen Zusammenarbeit in den LOEWE-Zentren AdRIA im Bereich adaptronischer Systeme und CASED für IT-Sicherheit.

Supercomputer LOEWE CSC

LOEWE bringt nicht nur die Wissenschaftsinstitutionen einzelner Standorte oder innerhalb der hessischen Regionen einander näher, sondern vernetzt hessenweit – und darüber hinaus: So kooperieren Kasseler Physiker vom LOEWE-Schwerpunkt „Elektronendynamik chiraler Systeme (ELCH)“ für ihre Forschungen zum Drehsinn in Molekülen mit ihren Kollegen in Gießen, Frankfurt und Darmstadt und nutzen die Infrastruktur am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Standortübergreifend arbeitet auch das LOEWE-Zentrum HIC for FAIR: Unter der Federführung der Goethe-Universität leistet ein internationales Team von Physikerinnen und Physikern einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung und künftigen Nutzung des neuen Teilchenbeschleunigers FAIR, der bis 2018 am GSI entsteht. Der in diesem Zuge entwickelte und durch LOEWE-Mittel finanzierte Hochleistungs- computer LOEWE CSC, der umweltfreundlichste Großrechner Europas, steht auch anderen Forschungsverbünden zur Verfügung und wird unter anderem vom LOEWE-Zentrum BiK-F genutzt.

Über die Partnerschaft mit dem Aachener Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) bauen der Frankfurter LOEWE-Schwerpunkt „Anwendungsorientierte Arzneimittelforschung“ und das Gießener LOEWE-Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen (ZIB) eine komplementäre Forschungsinfrastruktur auf, die den Biotechnologie- standort Hessen nachhaltig stärken wird. Aus dem LOEWE-Schwerpunkt „Anwendungsorientierte Arzneimittelforschung“ kam zudem 2012 die Initiative zur Gründung des „House of Pharma“, das auf eine engere Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entlang der Wertschöpfungskette von Arzneimitteln hinarbeitet. Inzwischen beteiligen sich mehr als 60 Partner, darunter die hessischen Universitäten, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie Pharma- und Gesundheitsunternehmen aus ganz Deutschland.

Gleichzeitig vernetzt LOEWE über Fachrichtungen hinweg und trägt so dazu bei, Forschungsfragen interdisziplinär anzugehen. Am Darmstädter LOEWE-Schwerpunkt Dynamo PLV zum Beispiel arbeiten Experten aus den Bereichen Produktion, Logistik und Verkehr an übergreifenden Konzepten zur nachhaltigen und effizienten Gestaltung von Güter- und Warenflüssen. Die Biodiversitätsforscher des LOEWE-Zentrums BiK-F sind im ständigen Austausch mit Sozialwissenschaftlern des Instituts für Sozial-Ökologische Forschung, insbesondere in Fragen des Transfers ihrer Erkenntnisse in die Gesellschaft.

Innovativ mit Blick auf die bisherige, eher isolierte Arbeitsweise in den Rechtswissenschaften geht der LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“ vor, indem Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Rechtswissenschaft und Rechtsgeschichte, Geschichtswissenschaft und Sinologie gemeinsam zu Konfliktlösungsmodellen von der Antike bis zu Gegenwart forschen und zudem einen Bogen zur aktuellen Konfliktlösungspraxis schlagen. Neue Wege beschreitet auch das LOEWE-Zentrum SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe am Finanzplatz Frankfurt: Eng vernetzt mit Zentralbanken und Regulierungsbehörden findet seine akademische Expertise über ein eigenes Policy Center beratend Eingang in die Entscheidungs-prozesse von Politik und Aufsichtsbehörden.